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Sebastian Hempel

Software Crafter, Clean-Code-Developer, JEE Professional, Puppet-Master, OpenSource Fanboy

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Am 2. August 2023 wurde IT-Consulting Hempel 20 Jahre alt.

Ich bin stolz nach 20 Jahren immer noch als Selbständiger unterwegs zu sein. Viel hat sich in diesen Jahren geändert, aber meine Leidenschaft für die Software-Entwicklung und die Möglichkeit Kunden mit meinem Wissen und meiner Erfahrung zu unterstützen hat nie nachgelassen.

Was war vor 20 Jahren

Um das Alter besser einordnen zu können, habe ich bei Wikipedia‚ einige Ereignisse des Jahres 2003 - dem Gründungsjahr von IT-Consulting Hempel - zusammen gesucht. Dabei finden sich interessante Parallelen zu Ereignissen im Jahr 2023 und den Jahren davor.

20.06.2003

Die Wikimedia Foundation wird gegründet. Sie ist die Organisation hinter allen Wikipedias weltweit.

10.04.2003

Die Fluggesellschaften Air France und British Airways kündigen an, den Linienflug mit der Concorde in 2003 einzustellen.

08.08.2003

Hitzewelle in Deutschland. Es wird die bis dahin höchste Temperatur mit 40,3 Grad in Deutschland gemessen.

18.12.2003

Der Linux Kernel erscheint in der Version 2.6.

12.03.2003

Die WHO stuft die in Ostasien ausgebrochene Lungenkrankheit SARS als weltweite Bedrohung ein.

Alan Kay bekommt unter anderem für seine Arbeit an der Programmiersprache Smalltalk den Turing Award.

Es ist interessant und erschreckend, dass wir seit 20 Jahren mit Wetterextremen zu kämpfen haben und bis heute nicht gewillt sind, gegen die Ursachen mit aller Kraft vorzugehen. Der Ausbruch von SARS im Jahr 2003 hatte nur einen winzigen Bruchteil der Auswirkungen wie der Ausbruch von SARS-COV2 im Jahr 2019.

Eine der Konstanten in den letzten 20 Jahren ist die stetige Weiterentwicklung des Linux Kernels. Der Kernel ist inzwischen bei der Version 6.6 angekommen.

Rückblick auf den Vorausblick

Vor 10 Jahren konnte ich den 10. Geburtstag von IT-Consulting Hempel und meiner Selbständigkeit feiern. Bei dieser Gelegenheit habe ich ein Ausblick auf die Zukunft gewagt. Vor einem Rückblick auf die letzten 10 Jahre möchte ich prüfen, was von meinen Voraussagen eingetreten ist und was nicht.

Das Interesse am Aufbau von Build Umgebungen ist weiterhin vorhanden. Allerdings hat sich der Schwerpunkt geändert. Waren früher häufig Umgebungen mit Jenkins oder ähnlichen CI-Servern gefragt, werden Build-Umgebungen immer öfter in der Cloud aufgebaut.

Die Nachfrage an Dienstleistungen zum Konfigurationsmanagement System Puppet hat vor 10 Jahren stark angezogen. In den letzten Jahren merkt man aber auch in diesem Bereich den Einsatz von Cloudlösungen. Es werden ab und an noch Schulungen in diesem Bereich nachgefragt. Die große Menge arbeitet aber inzwischen mit Lösungen wie Ansible oder greift auf fertig konfigurierte As-A-Service Dienste zurück. Das Wissen um Puppet ist immer noch wertvoll. Es gibt immer weniger Berater in diesem Bereich.

Die Nutzung von OpenSource Software in Unternehmen hat nicht nachgelassen. Ich würde behaupten, dass OpenSource in so gut wie jedem Unternehmen eingesetzt wird. Es ändert sich allerdings auch hier die Art des Einsatzes. Betriebssysteme und Dienste wie z.B. Apache treten in den Hintergrund. Die Nutzung von speziellen Diensten und Tools dominiert.

Rückblick auf die letzten 10 Jahre

Die letzten 10 Jahre haben viele spannende Projekte gebracht. Die Projekte lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Software-Entwicklung und Operations.

Im Bereich Operations habe ich mich vor allem mit dem Konfigurationsmanagement System Puppet beschäftigt. Hier habe ich zwei verschiedene Schulungen konzipiert. Eine Schulung für die Grundlagen und eine mit erweiterten Themen wie eigene Erweiterungen. Die Schulungen habe ich mehrfach für verschiedene Schulungsunternehmen und Kunden durchgeführt. Die Einsatzorte reichten von Karlsruhe im Süden bis Bremen im Norden.

Zwei Kunden habe ich beim Aufbau einer Puppet-Umgebung und beim laufenden Betrieb unterstützt. Dazu gehörte auch ein umfangreiches Modulsystem zur einfachen Konfiguration von JavaEE / JakartaEE Application-Servern.

Es gab in diesem Bereich aber auch Projekte, bei denen ich mit Hilfe des CI-Servers Jenkins eine Lösung zum einfachen Bau von RPM Paketen erstellt habe. Hier habe ich mich intensiver mit den Jenkins Pipelines und der Programmierung in Groovy beschäftigt.

Im Bereich Software-Entwicklung durfte ich mich in den letzten 10 Jahren wieder auf das Java Ökosystem konzentrieren. Besonders reizvoll war hier die Unterstützung eines Kunden beim Umstieg von C# auf Java. Dazu gehörte ein kurzer Ausflug in die Welt von Industrie 4.0 und BigData Architekturen. Hier habe ich viele neue Konzepte kennen gelernt. Bei der Schulung von alteingesessenen C# Entwicklern habe ich selbst Java neue kennen gelernt.

Das wohl größte Projekt war die Entwicklung einer RA (Registration Authority) zur automatischen Ausstellung von TLS-Zertifikaten. Die Anwendung durfte ich von Anfang an konzipieren und entwickeln. In einem zweiten Schritt stand die Implementierung des ACME Protokolls an, das ich während der Corona-Zeit so gut wie alleine umsetzten durfte. Dieses Projekt ist weiterhin am laufen und macht immer noch sehr viel Spass. Das Projekt hat inzwischen mehrere Phasen hinter sich mit wechselnden Projektmitgliedern und Aufgaben. Die Anwendung hat sich von einer JakartaEE Lösung hin zu einer Quarkus Anwendung entwickelt.

Corona hat meinen Alltag beeinflusst und geändert. War ich vor Corona jeden Tag unterwegs um meine Arbeit beim Kunden vor Ort zu verrichten, kann ich jetzt so gut wie alle Projekte aus meinem eigenen Büro erledigen. Während der Pandemie und darüber hinaus werden Schulungen immer öfter rein online abgehalten. Auch Konferenzen nutzten und nutzen diese Konstellation. Ich bin aber froh, seit einiger Zeit auch wieder zur "normalen" Konferenzen zu fahren. Der Austausch mit Software-Entwickler:innen ist mir sehr wichtig.

Was bringt die Zukunft?

Rückblickend gesehen, lag ich mit meinen Gedanken für die Zukunft vor 10 Jahren nicht so falsch. Was werden die nächsten Jahre für mich bringen?

Ich möchte weiter versuchen sowohl im Bereich der Software-Entwicklung als auch von Operations tätig zu sein. Den Schwerpunkt möchte ich auf den Bereich der Software-Entwicklung setzen. Konzentrieren werde ich mich auf das Java Ökosystem. Ich bin aber auch noch Sprachen wie Go, Rust oder Swift gegenüber offen.

Neben dem reinen Programmieren möchte ich in Zukunft vermehrt im Bereich der Konzeption und Architektur arbeiten. In den letzten Projekten konnte ich schon die ersten Schritte in diese Richtung unternehmen.

Der Einfluss von KI in den verschiedensten Varianten wird zunehmen. Noch kann ich nicht abschätzen, wie ich in Zukunft mit dieser Technologie umgehen werde. Ich informiere mich laufend über den aktuellen Stand der Dinge. Angst, dass mir diese Technologie die Arbeit weg nehmen wird, habe ich nicht. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis der Einsatz klar wird. Derzeit ist das Thema getrieben vom Hype.

Ich freue mich auf die nächsten Jahre und hoffe bestehende Kunden weiter unterstützen zu können und auch neuen Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.