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Sebastian Hempel

Software Crafter, Clean-Code-Developer, JEE Professional, Puppet-Master, OpenSource Fanboy, Alfisti

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Das JavaLand 2015 ist leider schon wieder vorbei. Die beiden Tage vergingen wie im Flug. Wie schon im letzten Jahr bin ich begeistert von den Vorträgen und der Stimmung im JavaLand. In diesem Jahr möchte ich es aber nicht verpassen, meine Eindrücke nieder zu schreiben.

Die Talks

Es gab noch mehr Talks als im letzten Jahr. Im Gegensatz zu meiner sonstigen Gewohnheiten habe ich dieses Jahr mein Programm primär anhand der Themen ausgesucht. Zu meiner Überraschung kam es kaum Überschneidungen. Bei den wenigen Überschneidungen konnte ich mich noch vor dem Start der Konferenz für einen Talk entscheiden.

Die Keynote des ersten Tages von Marcus Lagergren “Twenty Years of Java” war sehr unterhaltsam. Auch wenn ich nicht von Anfang an bei Java mit dabei war, habe ich doch die gleichen Wurzeln wie Marcus. Mein erste Computer war ein Commodore 64. Nach Basic bin ich sehr schnell bei C später C++ gelandet. Zusammenfassend musste ich feststellen, dass ich wohl bald zu den alten Männern gehöre, die den jungen Entwicklern "vom Krieg" erzählen.

Der Vortrag von Ivar Grimstad über Java EE und DevOps blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Ich hatte mir mehr praktische Hinweise erwartet. Vor allem hätten mich seine Herangehensweisen beim Deployment in Produktion interessiert. Seinen grundlegenden Ausführungen zum Thema kann ich allerdings zustimmen.

Testen und Code-Qualität

Sehr informativ war der Talk von Johan Janssen über die erweiterten Möglichkeiten von Sonar Quebe. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Johan stellt viele Interessante Funktionen von Sonar Qube vor, die ich noch nicht kannte. Auch habe ich durch diesen Vortrag eine lange Liste an Plugins, die ausprobiert werden müssen.

Viele neue Gedanken und praktische Hinweise hat mir auch der Vortrag von Nicola Fränkel über Integrations Tests gebracht. Nicola stellte kurz die unterschiedlichen Arten von Software-Tests vor. Die bekannte Test-Pyramide durfte dabei natürlich nicht fehlen. Anschließend gab Nicola gute und praktische Tipps, wie mit Integrations-Tests umzugehen ist. Einige Techniken wie z.B. shrink wrap waren mir bekannt. Andere wie z.B. das failsafe Plugin für Maven waren neu für mich. Auch nach diesem Vortrag bleibt einiges für mich zum prüfen und testen.

Schreiben mit AsciiDoctor

Am meisten habe ich mich am ersten Tag auf den Talk von Dan Allen über AsciiDoctor gefreut. Aufschlussreich für mich war dabei weniger die Vorstellung der AsciiDoc Syntax selbst. Die Gedanken von Dan und Sarah White über das Schreiben an sich und die Techniken, die wir dafür brauchen, helfen mir bereits beim Schreiben dieses Blog-Beitrags. Sofort umsetzen werde ich die “One Sentence per Line” Technik.

Interessant war der Vortrag von Sven Peters über die Kultur bei Atlassian. Einige Elemente kannte ich bereits. Andere waren mir neu oder ich fand die Umsetzung besser. Als Selbständiger werde ich selbst nicht in die Verlegenheit kommen, eine entsprechende Kultur in meinem “Unternehmen” aufbauen zu müssen. Die Tipps können mir aber sicherlich helfen, bei Kunden besser mit dem “Kollegen auf Zeit” zurecht zu kommen.

2. Keynote über das Internet of Things

Die Keynote des zweiten Tages kam von Mark Little. Er beschrieb die Rolle von Java im Internet of Things. Ähnliche Gedanken konnte ich bereits in einigen Beiträgen lesen. Es war aber interessant, sich dem Thema noch einmal als Ganzes anzunehmen. Das arbeiten in diesem Bereich von RedHat muss aber auf jeden Fall Spaß machen. Wo sonst kann man “einfach einmal”, einen kompletten JBoss auf einem HTC One Smartphone installieren.

Weniger ein Talk, mehr eine Vorstellung eines neuen JSR war der Vortrag von David Blevins. Er engagiert sich mit anderen im gerade neu gestarteten JSR zum Thema Java EE Security. Die anwesenden Team-Mitglieder stellten unterschiedlichen Ideen für den JSR vor. Immer wieder wurde die anwesende “Community” um Meinungen und Feedback gebeten. Es wird wohl nicht ausbleiben, dass ich mich aufgrund der Motivation zumindest einmal auf der Homepage umsehe.

Event Sourcing in einem Multi-Player-Game

Einen etwas anderen Vortrag hielt für mich Jochen Mader mit Event Sourcing FTW. Nach einer kurzen Einführung in das Thema Event Sourcing stelle Jochen als Beispiel ein Multi-Player-Game vor. Er erläuterte kurz die grundlegende Struktur eines Spiels. Anschießend zeigte er die Umsetzung von Event Sourcing in diesem Spiel. Er verwendet Vert.x 3 als “Infrastruktur” und Apache Kafka zur Realisierung des Event Log. Ein Vortrag, der mein Wissen stark erweitert hat und zusätzlich auch noch einen Blick in die Spiele-Entwicklung gegeben hat.

Gut besucht war mein abschließender Vortrag über Puppet für Entwickler. Ich denke die Zuhörer konnten meinen Gedanken folgen. Mein Plädoyer für DevOps ist hoffentlich bei dem einen oder anderen hängen geblieben. Die Fragen im Anschluss wollten fast kein Ende nehmen. Vielen Dank für das Interesse. Ich werde nicht zum letzten mal einen Vortrag auf einer Konferenz eingereicht haben.

Die Community

Alle ausgesuchten Talks habe ich dann allerdings nicht besucht. Es lockten einfach zu viele Aktivitäten in der Community Hall.

Interessant waren vor allem die Gespräche mit den unterschiedlichen Teilnehmern. Viel gebracht hat mir der Kurzvortrag von Andres Almiray “10 Usefull Asciidoctor Tips”.

Immer wieder schön waren die kurzen Gespräche beim Essen oder beim Warten auf einen Vortrag. Es herrschte eine tolle Stimmung und jeder schien sich für den anderen zu interessieren. Genau diese Stimmung, macht für mich das JavaLand zu der etwas anderen Konferenz.

Ich werde nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein. Der Termin für das JavaLand 2016 steht bereits fest. Die dritte Ausgabe findet vom 8. - 10. März statt.

Wir sehen uns!